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DÜNNER WERDENDES HAAR · ERFAHRUNGSBERICHT

Drei Jahre lang redete ich mir mein dünner werdendes Haar schön. Bis ich ein Urlaubsfoto von oben sah.

Ein ehrlicher Bericht über die Wechseljahre, drei teure Irrtümer — und die einfache Routine, die mir mein Haar zurückgab.

von Claudia Mohr von Claudia Mohr
20. Juni 2026

Es war ein Foto aus dem Urlaub. Eine Freundin hatte es gemacht, von schräg oben, völlig harmlos gemeint. Ich sah mich darauf — und sah durch meinen Scheitel die Kopfhaut schimmern. So deutlich hatte ich es im Spiegel nie gesehen, weil man im Spiegel ja immer nur von vorne schaut.

Dabei hatte ich die Zeichen seit Jahren weggeschoben. Dass der Pferdeschwanz dünner wurde — der Haargummi wickelte plötzlich eine Runde mehr. Dass mehr Haare im Abfluss lagen, auf dem Kissen, in der Bürste. Dass mein Scheitel breiter wurde. „Stress", sagte ich mir. „Die Wechseljahre. Das ist normal in meinem Alter."

Was ich niemandem erzählte: wie sehr es an mir nagte. Dass ich anfing, meinen Scheitel anders zu legen, um die dünnen Stellen zu kaschieren. Dass ich auf Fotos auswich. Dass ich mich mit Mitte 40 plötzlich nicht mehr wie ich selbst fühlte. Bei dünner werdendem Haar geht es nie nur um Haare — es geht um ein Stück von einem selbst.

Der Termin, an dem ich aufgab

Ich probierte, was man eben probiert. Volumen-Shampoos, die nach zwei Wochen nichts änderten. Nahrungsergänzung, die in der Schublade verschwand. Schließlich ging ich zur Hautärztin. Sie schaute kurz, zuckte mit den Schultern: „Hormonell. In den Wechseljahren ganz normal. Da kann man nicht viel machen."

Ich ging nach Hause und gab innerlich auf. Wenn schon die Ärztin sagt, da sei nichts zu machen — dann ist da wohl nichts zu machen.

Und dann stolperte ich über etwas, das alles veränderte. Eher zufällig las ich, dass ausgerechnet mein teures Shampoo einen Inhaltsstoff enthielt — DMDM Hydantoin —, der mit Haarbruch und gereizter Kopfhaut in Verbindung gebracht wird. Ich hatte mein Haar also nicht nur nicht geschützt. Ich hatte vielleicht sogar mitgeholfen.

Aber das war erst der Anfang. Je mehr ich verstand, desto klarer wurde:

Es gibt nicht die eine Ursache für dünner werdendes Haar. Es gibt deine.

Bei der einen sind es die Hormone. Bei der nächsten der Stress, die Kopfhaut, das ständige Hitze-Styling, das aggressive Shampoo. Und die meisten Mittel behandeln einfach blind drauflos — ohne zu wissen, was bei dir wirklich dahintersteckt. Genau deshalb wirken sie bei der einen und bei der anderen nicht. Auch meine Ärztin hatte nicht falsch gelegen — sie hatte nur nie gefragt, was bei mir der Auslöser war.

Ein sanfter Weg — den die Forschung längst kannte

Der Wendepunkt war eine unscheinbare Studie aus dem Jahr 2015. Forscher hatten Rosmarinöl direkt gegen Minoxidil getestet — das Mittel, das als Goldstandard gilt. Nach sechs Monaten brachte das Öl das gleiche Ergebnis — bei deutlich weniger Reizung. Zum ersten Mal sah ich schwarz auf weiß, dass es einen sanften, natürlichen Weg gibt, der dem harten Zeug ebenbürtig ist.

Ich hörte auf, blind irgendwelche Produkte zu kaufen. Ich stellte meine Pflege auf eine einfache, natürliche Routine um — zwei Schritte, morgens wie immer, nichts Kompliziertes. Und zum ersten Mal seit Jahren tat sich etwas: erst weniger Haare in der Bürste. Dann, nach ein paar Wochen, ein Scheitel, der sich wieder zu füllen begann.

Ich erzähle das nicht, weil bei dir genau dasselbe dahintersteckt — vielleicht ist deine Ursache eine andere als meine. Ich erzähle es, weil ich mir wünschte, jemand hätte mir vor drei Jahren gesagt: Gib nicht auf, nur weil dir jemand sagt, es sei „normal".

Die Routine, die mir mein Haar zurückgegeben hat, gibt es. Sie ist natürlich, sie ist einfach — und sie war das Beste, was ich für mein Haar seit Jahren getan habe.

Claudia Mohr
Claudia Mohr
Autorin dieses Beitrags

Claudia ist 47 und lebt in Hamburg. Drei Jahre lang hat sie ihr dünner werdendes Haar schöngeredet — heute teilt sie, was sie dabei gelernt hat: dass man nicht aufgeben muss, nur weil jemand sagt, es sei „normal".


Die genannten Studien beziehen sich auf klinische und experimentelle Forschung — individuelle Ergebnisse können abweichen. Bei anhaltendem Haarausfall konsultiere einen Arzt.

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